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Entgegnung - Leserbrief Im Schweizer Hunde-Magazin, Heft 5/2008, stellt sich der Direktor des Bundesamtes für Veterinärwesen, Hans Wyss, den Fragen von Denise Gaudy zu der neuen Hundegesetzgebung. In diesem Interview vertritt er Ansichten, denen aus fachlichen Gründen widersprochen werden muss; die neue Gesetzgebung ändert nämlich nichts an der Realität, kriminalisiert aber leicht unschuldige Hundehalterinnen und Hundehalter.
Herr Wyss vertritt im Interview noch mehr Ungereimtes, das wir aus der Sicht einer vernünftigen Hundehaltung widerlegen müssen. Dass niemand von den Kursen für Hundehalter dispensiert werden soll, erscheint nur auf den ersten Blick als sinnvoll. Bei etwas Nachdenken überwiegt dann aber ein grosses Kopfschütteln: Es ist schlicht unsinnig, wenn ein Hundehalter mit langjährigen Erfahrungen mit Hunden jeweils immer wieder einen Kurs absolvieren muss. Der Verdacht kommt auf, dass so den Kursgebenden ein breites finanzielles Tummelfeld geschaffen werden soll. Und natürlich wird die alte Frau auf die Anschaffung eines Hundes verzichten, auch wenn dieser für sie eine Verbesserung der Lebensqualität wäre. Herr Wyss – es ist nicht müssig, diese Situation anzusprechen, erschreckend ist dagegen Ihre Antwort, die Senioren kaum befriedigen wird! Anderseits muss selbst ein Hundezüchter oder Hundetrainer sich mit jedem neuen Hund einer Schulung unterziehen. Wenn möglich bei Kursgebenden, deren Wissen nicht an das des Kursbesuchers heranreicht! Sie geben selber zu, dass Oberglatt durch die neuen Verordnungen nicht hätte verhindert werden können. Ebenso unverständlich ist, dass Sie das in den Medien breit diskutierte Rassenverbot anschneiden, ohne einzugestehen, dass zum Beispiel in den Vereinigten Staaten der „Amstaff“ der beliebteste Familienbegleithund ist. Herr Wyss, denken Sie ans andere Ende der Leine. Jeder Hundebesitzer hat den Hund, der zu ihm passt, der seinem Charakter entspricht und den er entsprechend geprägt hat. Zuhälter und Kriminelle wollen böse und Angst einflössende Hunde und richten diese entsprechend ab. Wir aber wollen liebe, freundliche und sozialkompetente Hunde; sie sollten genügend erzogen sein, um sich in unsere Umgebung integrieren zu können. Eine andere Reihenfolge der Zielsetzungen ist zu hinterfragen. Es ist bedenklich, dass in unseren Kindergärten und an den Volksschulen Hunde und der Umgang mit ihnen noch immer nicht Themen sind, insbesondere bei unserem hohen Ausländeranteil. Hier liesse sich die Unfallstatistik erheblich verbessern, geschehen doch die meisten Hundeunfälle im privaten Familienumkreis. Ist dies vergessen gegangen – oder hat die Lehrerschaft wegen der Mehrbelastung abgewunken? |
Beissereien aufzufallen, anderseits sind normale, aber durch die Prüfung gestresste Familienbegleithunde überfordert und fallen deshalb oft durch. Tierhaltende vermehrt zu kontrollieren, ruft nach zusätzlichen Personalstellen, da bereits heute Polizei und Administration sich beklagen, überfordert zu sein. Wer soll das schlussendlich bezahlen. Wenn keine neuen Stellen geschaffen werden, bleibt alles beim Alten. Als Betreiber einer Hundeschule stosse ich mich daran, dass heute noch niemand in Bern weiss, wie die Kurse für Hundehalter exakt aussehen sollen, und welche Kriterien die Kursgebenden erfüllen müssen, um an den grossen Brotkorb der gesetzlich vorgeschriebenen Kurse zu gelangen. Ich bin überzeugt, dass in Bern bereits heute klare Absichten bestehen, diese aber aus taktischen Gründen noch zurückgehalten werden. Soll u.a. die SKG einer der Nutzniesser ein? Die Nichtberücksichtigten werden aber zweifellos den Rechtsweg beschreiten. Uns drohen unendlich lange richterliche Entscheide bis nach Strassburg. Herr Wyss, wenn Sie den Hundehaltern wirklich helfen und deren Zusammenleben mit Nichthundehaltern verbessern wollen, so suchen Sie bitte den Dialog mit den Haltern und verlassen Sie sich weniger auf Ihre Experten. Bern hat erwiesenermassen schon zu viele davon. Wir Hundehalterinnen und Hundehalter stehen Ihnen gerne zur Verfügung. Ihr Oskar F. Stahel
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