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Oskar F. Stahel stellt sich vor    
     
Mein bisheriges Leben hat viele Turbulenzen erlebt, so dass ich mich hier nur auf das Wesentliche beschränke, also auf Tätigkeiten oder Erlebnisse, die meine Hundeschule nachhaltig beeinflussten.

 

oskar

 

Von 1958 bis 1980 arbeitete Ich am Tierspital Zürich, wo ich unter meinem hochgeschätzten Chef, Prof. Dr. med. vet. Werner Leemann, die Möglichkeit hatte, das Labor für instrumentelle Analytik aufzubauen. Schwergewichte der Forschung waren Stoffwechselstörungen, Fertilität und die neu erkannten Wirkungsweisen der Spurenelemente wie Zink bei Diabetes oder Selen in der Fortpflanzung. Aber auch die Tierernährung war ein wichtiges Thema, das wir zusammen mit der ETH und andern Universitäten im Ausland angingen. Nach der Pensionierung meines  grosszügigen Mentors ging ich in die Industrie, um dort Analysensysteme zu entwickeln und weltweit einzuführen. Dies führte ich ab 1985 auch als KMU weiter.

Ende der Neunzigerjahre suchte ich eine neue Herausforderung, die mich in Beschäftigungsprogramme für Erwerbslose führte und mich bald mit den Kriegsfolgen im ehemaligen Jugoslawien mit viel Elend wie Massengräbern, zerstörten Dörfern, unsinnigen Verletzungen an unschuldigen Zivilisten konfrontierte. Hier wollten wir mit Wiederaufbau-Projekten in Bosnien-Herzogewina (HiB) und Kosova helfen, meist mit unzulänglichen finanziellen Mitteln, aber viel Fantasie. Mit der Rückführung zahlreicher Asyl Suchender in diese ehemaligen jugoslawischen Teilrepubliken – die sich heute selbstständig gemacht haben - lernte ich Land, Leute, aber auch verwilderte Hunde, scheue Bären und rudelgeführte Wölfe kennen. Diese Beobachtungen beeinflussten nachhaltig meinen Umgang mit unsern Vierbeinern, widersprachen sie doch erheblich den Buch- und Schulweisheiten über Dominanz, Gruppenverhalten und Umgang mit uns Menschen.

Nach meiner Pensionierung 2002 widmete ich mich voll der Hundeerziehung – selbstverständlich nach meinen neuen Erkenntnissen. Zu vieles hat mir nicht zugesagt, was ich in den letzten 50 Jahren mit Hunden und deren Menschen erlebt habe. Und bei dem ich mich auch oft schuldig machte. Unwissenheit ist eine ungenügende Ausrede – nun wollte ich es besser machen. Das schwor ich mir und das versuche ich heute tagtäglich umzusetzen. Mit mehr oder weniger Erfolg, aber auch auf Ablehnung stossend bei jenen, die alles beim Alten belassen möchten.

Mein Lebenslauf wäre unvollständig, wenn ich nicht MIRKO, einen Groenendael-Mix aus Banja-Luka (Hauptstadt des serbischen Teils von BiH) erwähnen würde, der mir die Augen öffnete betreffs der Arroganz vieler Hundebesitzer, die sich als Herren über ihre Hunde aufspielen, statt zu erkennen, dass nur eine harmonische Partnerschaftsbeziehung zwischen Mensch und Hund unser Ziel sein sollte. MIRKO begleitete mich in schweren Stunden und stand mir uneingeschränkt und kritiklos zur Seite, als ich keine Perspektiven mehr in meinem Leben sah. Kurz – er hat wohl mein Leben gerettet und mich motiviert, darüber nachzudenken, was in Hunden wirklich vorgeht und wie wir ihnen gerecht werden könnten, um ihre grenzenlose Liebe zu uns zu verdanken. Nach MIRKO - der sich mit über 16 Jahren nur schwer von mir trennen konnte - nahm CEYLAN, eine Kangal-Hündin bester Abstammung, den leer gewordenen Platz an meiner Seite ein. Und sie lehrte mich eine neue Perspektive, die die beidseitige Akzeptanz zweier Spezies beinhaltet, wobei beide ein Recht auf Leben im Frieden mit ihrer komplexen Umwelt haben.

Ja – Hunde haben mir vieles beigebracht, wahrscheinlich mehr als Menschen. Ihnen verdanke ich nicht nur eine neue Optik des Lebens, sondern auch die tollen Erlebnissen mit vielen Hundebesitzerinnen und Hundebesitzern, deren soziales Netzwerk mir immer eine Stütze war. Ihnen habe ich zu danken und ihnen und ihren dankbaren Hunden widme ich meine Arbeit als Hundetrainer (was für ein wirklich unzutreffendes Wort, da wir doch primär mit den Menschen arbeiten – aber ich weiss nicht wie ich mich zutreffender nennen sollte). Diesen Zwei- und Vierbeinern ist auch meine Homepage gewidmet.

NB: Vielleicht sollte ich wirklich ein Buch über Hunde und Menschen mit und ohne Hunde schreiben, was öfters angeregt wurde – warten wir es ab, ich bin ja erst 72 Jahre alt.

Also – alles Gute und viel Spass in meiner etwas anders geführten Hundeschule!

Oskar F. Stahel

Im März 2009


 

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