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Was Hündchen nicht lernt.......

Welpen und Junghunde verstehen, prägen und erziehen.
Ich habe bewusst für diesen Teil meiner Homepage den Titel des sehr empfehlenswerten Ratgebers von Thomas Baumann benutzt, der ausführlich und kompetent über das harmonische Zusammenleben von Mensch und Hund berichtet (siehe auch Buchbesprechung - Buch des Monats August 2004).



Anlass für diese Rubrik sind die zahlreichen Erfahrungen, die ich besonders im Frühling und Sommer 2004 mit vielen Welpen, Junghunden und ihren Haltern machen konnte, und deren Probleme wie u.a.
  • Wann soll man mit der Erziehung beginnen?
  • Was tut man, wenn Hündchen zu Hause (noch) nicht sauber ist?
  • Wie gewinne ich die volle Aufmerksamkeit meines Welpen?
  • Wie erreiche ich, dass mein Welpe nicht immer wieder zu Fremden rennt und sie anspringt, obwohl ich ihn zurückrufe?
  • Mein Hund entwickelt sich zu einer "Prima Donna", die u. a. nie allein sein will.
  • Wie verhalte ich mich, wenn mein Welpe sich ängstlich verhält, wild bellt oder Wasser löst?
  • Darf mein Hund ins Bett oder auf's Sofa?

    Und so weiter und so fort....
Wie Thomas Baumann vertrete ich die Ansicht, dass eine solide Erziehung bereits bei Welpen und Junghunden beginnen soll. Eine erfolgreiche Früherziehung soll sich auf die Kontrollmechanismen des Hundebesitzers abstützen, denn je besser diese sind, desto toleranter und grosszügiger kann der Freiraum des Hundes gestaltet werden. Nur dann kommt die artgerechte Haltung des Hundes - der wir hoffentlich alle verpflichtet sind - zum Tragen.



Ein Hund, der mangels Erziehung stets wegrennt und deshalb meist an der von mir verpönten Roll-Leine geführt wird, muss auf vieles verzichten, so auf das unbeschwerte Spielen mit andern Vierbeinern. Sein Sozialverhalten leidet dramatisch. Sein stetes Bellen und Zerren an der Leine zeigen dem Hundekenner, dass der Hund unter Stress leidet. Schuld dafür ist allein sein Hundehalter - der es offenbar nicht für notwendig fand, einen Kurs zu besuchen und dafür etwas Geld aufzuwenden! Das Besuchen von geeigneten Welpen- und Junghundkursen würde eine solche Falschentwicklung erfolgreich zu verhindern wissen.

Ich will die zahlreichen guten Bücher nicht konkurrenzieren (siehe
Buchbesprechungen). Deshalb beschränke ich mich hier auf einige wenige Punkte, die mir besonders wichtig erscheinen.
Wer soll sich einen Welpen oder einen Junghund anschaffen?
  • Wenn man selbst jung und motiviert genug ist, um das Temperament eines Junghundes und seine anfänglichen Ungezogenheiten fröhlich zu ertragen.
  • Wenn man selbst viel Bewegung liebt und viel, sehr viel Zeit für den jungen Vierbeiner aufbringen kann.
  • Wenn man vollen Herzens bereit ist, zusammen mit dem Hund zu lernen.
  • Wenn Kinder, die zur Familie gehören, auch verstehen lernen, die Bedürfnisse des Junghundes (wie Ruhephasen etc.) zu akzeptieren.

    Vorteilhaft sind bereits Erfahrungen mit Hunden - oder ein guter Hundetrainer, der jederzeit mit Rat und Tat zur Seite steht.

Finger weg von besonders ängstlichen oder anhänglichen Junghunden!
Geht man zu einem Züchter oder ins Tierheim, so sollte man die Welpen über einen längeren Zeitraum beobachten und sich nicht unbedingt für das Hündchen entscheiden, das sofort zu einem kommt und nicht mehr weg will. Es könnte sein, dass die so demonstrierte Zutraulichkeit auf eine ängstliche Grundhaltung zurück zu führen ist - gegen die man dann ein ganzes Hundeleben angehen muss. Der ideale Hund ist der, der neugierig kurz vorbei kommt, mit seinem Näschen Kontakt aufnimmt und dann wieder zu seinen Gespielen rennt.

 

Welches ist bei der Anschaffung eines Welpen das beste Alter?
Ein Welpe sollte nicht jünger als acht und nicht älter als zwölf Wochen alt sein. Jüngere Hunde leiden oft unter einem Prägungsdefizit (fehlende Mutter und Geschwister!), bei älteren Welpen und Junghunden fehlen oft die wichtigen Umweltreize und Sozialkontakte.

Beobachten Sie wenn immer möglich die Hundemutter und das Umfeld!
Die Hundemutter gibt viele Hinweise über das Verhalten nach der Welpenphase (natürlich dürfen wir den Vater nicht vergessen, aber der ist meist abwesend). Der Züchter prägt durch seinen Umgang massgeblich die problemlose Entwicklung des jungen Hundes. So sollte der Hund neben einem eingezäunten Garten mit diversen Gerätschaften auch ans Haus gewöhnt sein (Sauberkeit!). Meiden Sie Hunde aus importieren Massenzuchten, denn dort werden die wichtigsten Grundbedürfnisse eines Hundes meist grob missachtet. Selbstverständlich kann man auch einen Welpen (meist preiswerter als hier in der Schweiz) aus dem Ausland beziehen, doch dann sollte man selber hinfahren und sich vor Ort von einer artgerechte Zucht und Haltung überzeugen.



Was sollte man NIE mit einem Welpen tun?

Die Liste guter Ratschläge von "Hundekennern" ist meist lang und oft unsinnig. Nehmen Sie diese mit Vorbehalt zur Kenntnis und verlassen Sie sich auf Ihren gesunden Menschenverstand. Sie finden übrigens viele Parallelen zur Kindererziehung. So ist es zum Beispiel alleine Ihre Sache, ob der Hund in ihrem Bett schlafen darf, wenn er das Bedürfnis nach Körperkontakt hat.
Was Sie wirklich nie tun sollten, lässt sich so auf wenige Punkte reduzieren, so u.a.

  • Den Welpen in den ersten Nächten nicht in Ihrer Nähe schlafen zu lassen (Trennungsängste!) oder sonst wie auszuschliessen.
  • Den Welpen ein- oder auszuschliessen (denn der Hund gehört ab sofort zu Familie!).
  • Erst wenn der Hund ca. 16 Wochen alt ist, sollte man mit dem Alleinlassen beginne (erst nur 5 Minuten, dann immer etwas länger)
  • Mit dem Welpen schimpfen, wenn er seine Geschäfte zuerst in Ihren vier Wänden verrichtet (man beobachte den Hund, wird er nervös, so tragen Sie ihn sofort ins Freie - sonst alle 2-4 Stunden; loben Sie ihn ausschweifend, wenn er sich versäubert hat!)
  • Den Hund anschreien, schlagen oder am Nacken packen und schütteln (wirkungsvoller ist es, ihn auf den Rücken zu legen und ihm ernst und bestimmt erklären, dass man sein Verhalten nicht toleriere)
  • Den Hund trösten, wenn er ein ängstliches Verhalten an den Tag legt (so wird der Hund immer Angst haben, da Sie ihn mit Ihren Streicheleinheiten im Tun bestärken).
  • Sich pausenlos mit dem Hund abgeben, denn das ist der sicherste Weg zur "Prima Donna". Der Hund soll lernen, sich zwischendurch selbst zu beschäftigen. Natürlich spielen wir mehrmals am Tag mit dem Hund, doch wir bestimmen wann und wie lange.
  • Fernhalten von andern Hunden und Menschen. Der Hund soll möglichst schnell Kontakt zu grossen und kleinen Hunden haben. Auch Menschen gegenüber soll er freundlich sein (das Anspringen ist jedoch meist nicht so geschätzt, also mit der Zeit abgewöhnen), aber bitte nicht übertreiben. Denn der Hund sollte sich mehr zu Ihnen und Ihrer Familie hingezogen fühlen, um nicht später zu Ausflügen oder Ungehorsamkeit zu neigen. Thomas Baumann weisst in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der Wunsch des Hundehalters, keinen Kontakt zu Drittpersonen zu dulden, töricht ist und zu schwerem Fehlverhalten führen kann. Also alles zu seiner Zeit und nach gesundem Menschenverstand.



Spazieren

Sie sollten mit dem Welpen mehrmals täglich spazieren gehen. Zuerst (je nach Rasse, Grösse und Konstitution) nur eine knappe halbe Stunde, dann immer etwas länger. Nach ein paar Wochen kann man schon bis zu einer Stunde unterwegs sein (der Welpe rennt ja zuhause auch rum - wo ist da der Unterschied?). In die Stadt sollte man aber erst, wenn der Welpe oder der Junghund einigermassen ruhig an der Leine läuft (das ewige Rumzerren und Fortzeihen ist kontraproduktiv und erschwert das übrige Hundetraining). Doris mit ihrem eigenen Labi und einem jungen Amstaff beim gemeinsamen, fröhlichen Spielen - wo bleibt hier das sog. 'Kampfhundverhalten mit niedriger Aggressionsschwelle'? Alles Kakao mit überholtem Denkschema!
Ich hoffe, Ihnen mit diesen wenigen Hinweise dienen zu können und wünsche viel Freude mit Ihrem jungen Vierbeiner! Auch vielleicht in meiner Welpen- und Junghund-Schulung mit Plauschstunden

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